Dass in Deutschland viele Ehen nicht auf Dauer halten ist allgemein bekannt. Niemand ist der Auffassung, dass er selbst einmal davon betroffen sein könnte. Auch ich habe damals, als ich das Eheversprechen abgegeben habe, es nicht für möglich gehalten, dass diese Ehe in die Brüche gehen wird. Doch irgendwann holte uns die Zeit ein. Streitereien haben uns täglich begleitet, man mehr, mal weniger. Und irgendwann begegnet man sich nur noch auf Distanz. Nähe wurde nicht zugelassen. Doch sollte das schon alles sein? Wollte ich tatsächlich mit anschauen, wie diese Familie mit 2 Kindern die Trennung in die Wege leitet? Natürlich nicht! Und so habe ich gemeinsam mit meiner Frau eine professionelle Eheberatung aufgesucht. Ich wollte den Ursachen auf den Grund gehen, wollte wissen was der Auslöser für die vielen Streitereien ist und warum wir uns in der Ehe nur noch auf Distanz begegnen. Und so gingen wir seinerzeit regelmäßig zur Eheberatung. Regelmäßig bekamen wir Hausaufgaben für die Ehe auf. Während ich als Mann die mir aufgetragenen Hausaufgaben ernst nahm und an diesen Punkten nachhaltig arbeitete, wollte meine damalige Frau ihre Aufgaben nicht erledigen. Sie sah sich zu Unrecht mit solchen Aufgaben konfrontiert. Prinzipiell war Sie der Auffassung, dass es nur an mir lag, der hier die Ehe retten könnte, bzw. musste. Zu keiner Zeit war Sie der Auffassung, dass möglicherweise Sie selbst für viele Probleme in der Ehe der Auslöser war. Während ich von mal zu mal immer weniger Hausaufgaben für die Rettung unserer Ehe auferlegt bekam, blieb die Anzahl ihrer Aufgaben konstant. Nicht zuletzt, weil Sie ihren Hausaufgaben auch nicht nachkam, weil Sie sich trotzig stellte. Natürlich suchte ich das Gespräch mit ihr, zeigte ihr was sich bereits alles gebessert hat und versuchte damit sie zu ermutigen selbst aktiv zu werden. Das brachte alles jedoch nichts. Irgendwann musste auch ich einsehen, dass eine Eheberatung nur was bringt wenn beide aktiv an den Problemen der Ehe arbeiten und auf einander zugehen.

Trennung / Scheidung mit Kinder - Wie man sich am besten trennt, wenn man Kinder hat

Trennung trotz Kinder – Damit sich bei der Trennung kein zu großer Graben auftut.

Trennung trotz Kinder

Eines Abends war es dann soweit. Nachdem die Kinder im Bett lagen, wollte ich den anstrengenden Arbeitstag mit einem schönen Film ausklingen lassen. Doch dazu sollte es nicht kommen. Noch bevor ich das TV Gerät einschalten konnte, signalisierte meine Frau, dass Sie was mit mir besprechen müsste. Schnell ging ich noch auf den Balkon eine Zigarette rauchen. Von draußen ins Wohnzimmer schauend, sah ich meine Frau auf dem Sofa sitzend mit einem Blick, der mich schon erahnen lies was gleich folgen würde. Kurz darauf erhielt ich die Bestätigung – Sie möchte die Trennung. Ich nahm es sehr gefasst auf, doch was war mit den Kindern. Wie würden die Kinder mit der Trennung umgehen? Klar war, dass wir den Kindern dies gemeinsam mitteilen wollten, dass wir den Kindern zeigen wollten, dass nicht sie die Ursache sind, sondern wir uns einfach auseinandergelebt haben. Dass wir den Kindern die tägliche Dosis an Streitereien nicht weiter zumuten konnten.

Mittlerweile leben wir nun seit knapp 4 Jahren getrennt und haben jeder einen neuen Partner gefunden. Heute haben wir eine bessere Beziehung, in Form eine guten Freundschaft zueinander, als es zum Ende der Ehe der Fall war. Mit der Trennung war uns wichtig, dass die Kinder mich als Vater jederzeit besuchen konnten. Weshalb meine Frau auch nach einer Wohnung im gleichen Wohnort suchte. Auch wollten wir die Kinder nicht aus ihrem sozialen Umfeld raus ziehen, zumindest nicht von Anfang an. Auch ich habe mich daran gewöhnt die Kinder nur alle 14 Tage an den Wochenenden bei mir zu haben und meinen Urlaub mit Ihnen zu planen. Natürlich gibt es auch heute Situationen, in welchen die Kinder gerne bei mir bleiben würden, weil das Wochenende mal wieder so schnell vergangen ist.

Rückblickend würde ich sagen, dass wir mit unserer Trennung unseren Kindern etwas Gutes getan haben. Nicht etwa, weil Sie jetzt mehr Geschenke bekommen. In meinem speziellen Fall würde ich sagen, dass die Kinder von beiden Elternteilen auf einmal deutlich mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit erhalten haben. Gestritten haben wir nach unserer Trennung nie wieder und dass ist es, was auch die Kinder bemerkten.

Trennung trotz Kinder – darauf sollte man achten:

Ich bin nun wahrlich kein Experte für Trennungen mit Kindern, möchte aber dennoch die Möglichkeit nutzen, Ihnen meine Gedanken als Ratgeber mitzugeben.

  1. Trennung den Kindern mitteilen
    Die Trennung den Kindern mitteilen, hier sollten immer beide Ehepartner zugegen sein. Wichtig ist, dass die Kinder beide Bezugspersonen in diesem Moment um sich herum haben und beide auch auf die Kinder und die Situation eingehen.
  2. Freundschaftlich begegnen
    Alleine schon für die Kinder sollte man hier versuchen sich auf freundschaftlicher Basis zu begegnen. Natürlich wird das nicht bei jeder Trennung gelingen, zumindest nicht, wenn man nicht bereit ist Kompromisse einzugehen. Doch halten Sie sich immer vor Augen – es sind ihre Kinder.
  3. Mit Kindern regelmäßig ein offenes Gespräch suchen
    Ganz egal ob man bereits in getrennten Wohnungen lebt, oder möglicherweise noch unter einem Dach wohnt, Kinder streben nach Familien und auch bei mir waren die Kids immer wieder der Auffassung, dass wir es als Familie nochmal versuchen sollten. Das ist eine Situation, die gerade zu Beginn der Trennung sehr häufig aufkommt. Auch hier sollte man den eigenen Kindern nochmal ruhig erklären warum man sich getrennt hat und dass man sich durch die Trennung nun besser versteht. Würde man jedoch wieder zusammenleben, wäre bereits nach kurzer Zeit alles beim Alten.
  4. Wünsche der Kinder respektieren
    Hier geht es nicht um materielle Wünsche, sondern dem Wunsch nach sehen. Gerade als Vater sieht man sein Kind meist alle 14 Tage am Wochenende. In der anfänglichen Trennungsphase war das Verlangen der Kinder mich öfter zu sehen deutlich höher. Schließlich hatten sie mich ursprünglich jeden Tag gesehen. Auf einmal sieht man den Papa nur noch alle 14 Tage – das ist nicht nur für das Kind, sondern auch für die meisten Väter eine Herausforderung. Da bleiben auch Tränen bei der Verabschiedung nicht aus. Keinesfalls sollte man dem Kind den Besuch des anderen Elternteils verwehren, bzw. diesem nach Möglichkeit nicht nachkommen. Gerade in den Anfängen der Trennung sehnen sich Kinder nach beiden Elternteilen. Dass der Vater nicht immer diesem Wunsch nachkommen kann, muss den Kindern allerdings auch transparent gemacht werden.
  5. Nicht schlecht über den Ex-Partner sprechen
    Vor den eigenen Kindern sollten Sie niemals schlecht über den Ex-Partner sprechen. Weder als Vater schlecht über die Mutter der Kinder, noch als Mutter schlecht über den Vater der Kinder sprechen. Dies gilt natürlich bei Gesprächen mit den Kindern. Auch sollten Sie nicht anfangen die Kinder über den Ex-Partner auszufragen. Die Trennung ist vollzogen, da steht es beiden natürlich auch frei eine neue Partnerschaft einzugehen.
  6. Entscheidungen betreffend der Kinder gemeinsam treffen
    Auch wenn Sie sich getrennt haben, sollten Sie Entscheidungen, der Kinder betreffend, nach Möglichkeit gemeinsam treffen. Sonst kann es schnell dazu führen, dass man sich wieder mit dem Ex-Partner in der Wolle hat.
  7. Ablenkung für die Kids
    Wir mögen uns zwar im digitalen Zeitalter befinden, in welchem Tablets und Konsolen in fast jedem Haushalt zu finden sind, doch das klassische Gesellschaftsspiel, ob als Brettspiel oder Kartenspiel, schafft einerseits familiäre Atmosphäre, andererseits lenkt dies gerade in den Anfängen der Trennung auch davon ab. Auch sollte man raus an die frische Luft. Ob nun ein Spaziergang, oder eine Rad-Tour mit den Kids bleibt Ihnen überlassen.
  8. Kinder nicht zum Lügen ermutigen
    Wenn man sich trennt, kann es schon mal passieren, dass die Kinder beim Vater länger aufbleiben dürfen, als bei der Mutter. Auch ich habe mich dabei ertappt, wie ich meinen Kindern sagte, dass Sie darüber kein Wort verlieren sollen. Dennoch haben Sie es getan. Nicht etwa weil sie gerne petzen, sondern weil Sie so erzogen wurden, dass Sie auf eine Frage auch ehrlich antworten. Auch hier kann man als Mann beim Abgeben der Kids dies auch offen der Mutter mitteilen. Diese wird in den meisten Fällen dafür zwar kein Verständnis zeigen, weiß jedoch die ehrliche Haltung zu schätzen.

So eine Trennung ist für alle Beteiligten nicht einfach. Da ist es sehr wichtig, dass man sich gegenseitig respektiert und miteinander sprechen kann ohne ausfallend und beleidigend zu werden. Kinder sind immer die Leidtragenden in dieser Situation und das sollten Sie sich immer vor Augen halten. Keinesfalls dürfen Sie dem Kind das Gefühl vermitteln, dass es für die Trennung verantwortlich ist. Sie kennen das sicherlich – da hatten Sie einen anstrengenden Tag und möchten am Abend , nachdem Sie ihr Kind zu Bett gebracht haben, einfach nur die Ruhe genießen und abspannen. Doch auf einmal steht das Kind da, weil es nicht schlafen kann. Nur weil Sie einen schlechten Tag haben, bedeutet es nicht, dass Sie ihre Laune nun an ihrem Kind auslassen müssen, weil es ihre Nähe sucht. Es ist ein Kind und es durchlebt gerade den Trennungsschmerz. In einer solchen Situation dürfen Sie ihr Kind nicht sich selbst überlassen.

Trennung durch Experten begleiten

Wie es die Paar- & Ehe-Beratung gibt, so gibt es auch eine Trennungsberatung. Diese unterstützt Sie mit Rat und Tat, so dass die Trennung nicht nur für die Kinder, nein auch für Sie selbst nicht zu einer Horror-Veranstaltung wird. Prinzipiell kann ich nur allen Paaren, die sich trennen dazu raten eine Trennungsberatung aufzusuchen. Klugscheißer und Besserwisser gibt es schon genug auf der Welt.