Partnersuche im Internet wird immer populärer. Millionen Singles suchen bereits heute über das Internet ihren Partner und haben diesen auch schon gefunden. Dass das Internet auch Gefahren birgt, sollte prinzipiell jeder wissen. Dennoch gibt es gerade bei Singles, die das Internet für die Partnersuche in Anspruch nehmen, immer wieder Situationen, die mich daran zweifeln lassen. Wird hier vielleicht doch zu wenig Aufklärung betrieben?

Sowohl auf Single-Netzwerke, als auch auf anderen Seiten, die ich betreibe, muss ich immer wieder erfahren, wie ahnungslos und dennoch vertrauensvoll Menschen, ganz egal ob in einer Beziehung oder als Single sind. Anhand einiger Beispiele möchte ich dies veranschaulichen.

Unseriöse Singlebörsen

Singles, die auf Partnersuche gehen, so sollte man meinen, melden sich bei den großen, bekannten Singlebörsen an. Doch weit gefehlt. Immer wieder muss ich feststellen, dass Singles sich in Singlebörsen anmelden, die man weder kennt und die auch im Netz keinen positiven Ruf genießen. Einerseits kommen solche Anmeldungen durch Locknachrichten zustande, mitunter aber auch durch Empfehlungen. Und was machen die meisten Menschen nicht, wenn es um die Anmeldung bei Singlebörsen geht? Richtig, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, sowie Datenschutzbestimmungen durchlesen.

Da meldet an sich in einer Singlebörse mit der Absicht einen Partner zu finden an und ist als Mann nicht einmal etwas erstaunt darüber, dass man bereits kurz nach der Anmeldung, ohne ein Profilbild eingestellt zu haben und trotz fehlender Angaben zur Person, Nachrichten von Frauen in seinem Postfach vorfindet. Statt Misstrauen zu entwickeln, fühlen sich Männer hier oftmals geschmeichelt und nutzen die Möglichkeit mit diesen Frauen in Kontakt zu treten. Auch, dass diese Frauen deutlich jünger sind und sehr attraktiv sind, schreckt so manch einen Mann nicht ab. Er fühlt sich in diesem Moment einfach nur glücklich. So werden Nachrichten gewechselt bis das kostenlose Guthaben virtueller Coins aufgebraucht ist. Natürlich muss schnell Abhilfe her, denn solch attraktive Frauen sollte man nicht warten lassen, sonst schnappt diese möglicherweise noch ein anderer Mann weg. Also werden gleich virtuelle Coins gekauft, damit man mit seinem Kontakt in der Singlebörse weiter in Kontakt bleiben kann. Nachrichten für Nachrichten werden ausgetauscht, bis erneut das Guthaben aufgebraucht ist. Und wieder lässt man sich, ohne darüber nachzudenken, dazu hinreißen weitere Coins zu kaufen. Doch nun kauft man bereits eine größere Anzahl virtueller Coins, denn schließlich möchte man nicht Gefahr laufen, dass der Kontakt möglicherweise abreißt.

Fasziniert von dieser einen Frau in der Singlebörse, möchte man diese gerne persönlich kennen lernen. Man vereinbart einen Termin für das erste Date, ist voller Erwartung, doch dann auf einmal eine neue Nachricht, welche die Vorfreude auf das erste Date ausbremst – sie ist überraschend krank geworden. Manchmal sind es aber auch andere Umstände, die dazu führen, dass das erste Date nicht zustande kommt. Man schreibt also weiter, kauft weiterhin Coins und wagt zu einem späteren Zeitpunkt einen erneuten Anlauf für ein Date. Doch auch dieses wird nicht stattfinden. Misstrauen? Aber nein, es sind nur Zufälle.

Dass es sich hierbei um systematische Abzocke , kommt den wenigsten Singles in den Sinn. Warum denn auch, sie haben ja nicht die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelesen. Ein Blick in die AGB hätte gezeigt, dass das Unternehmen Controller, Moderatoren, beschäftigt, welche mit Fake Profilen getarnt, ahnungslose Singles in Gespräche verwickeln sollen. Der Wortlaut in den AGB ist zwar ein anderer, doch das ist es, was hier tatsächlich geschieht.

Warum melden sich so viele Singles bei unseriösen Singlebörsen an und nicht bei seriösen, vertrauenswürdigen Singlebörsen oder Partnervermittlungen

Internet Romance Scam

Vor einigen Jahren wurde ich selbst zum Ziel eines Internet Romance Scammers. Doch ich habe sehr schnell realisiert, welche Absicht die Person verfolgt. Damals habe ich mich auf das Spiel eingelassen, um in Erfahrung zu bringen, wie ein Romance Scammer vorgeht. Mein Scammer kam aus Ghana, gab vor eine Frau Anfang 30 und Amerikanerin zu sein. Sie zog mit ihrem Vater nach Ghana, der dort angeblich ein Bauunternehmen leitete.

Mehr als Männer, sind Frauen das Ziel von Internet Romance Scammern. Frauen sind meist sehr gutmütig und glauben an das Gute im Menschen. Das wird ihnen bei einem Romance Scammer zum Verhängnis. Viel zu schnell lassen sich Frauen von Liebesschwüren beeindrucken. Warum auch nicht, denn dass ist es, was sich viele Frauen von einem Mann wünschen, in den seltensten Fällen jedoch bekommen. Schnell ist das Eis gebrochen, das Vertrauen geschaffen und irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo die Falle zuschnappt.

  • Der Scammer teilt mit, dass er seine große Liebe besuchen möchte, kann aber das Geld gerade nicht aufbringen. Mitunter wird vorgegaukelt, dass man bestohlen wurde.
  • Wurde unschuldig inhaftiert und sitzt nun im Gefängnis. Man könne sich allerdings freikaufen, doch dafür fehlen einem die gerade die finanziellen Mittel. Es wird jedoch signalisiert, dass man das Geld umgehend zurückerhält.
  • Schicksalsschlag: Viele Scammer spielen mit Schicksalsschlägen ihren Opfern etwas vor. So ist beispielsweise der Vater schwer erkrankt und benötigt dringend eine Operation, für die einem jedoch das Geld fehlt. In manchen Fällen werden auch die angeblichen Kinder vorgeschoben. Denn mal ehrlich, wenn es um Kinder geht, deren Leben an einem seidenen Faden hängt, welche Frau würde da nicht in die Geldbörse greifen!
  • Andere Umstände, bei welchen ebenfalls nach Geld gefragt wird

Das Schlimme ist, die Leute zahlen. Dabei sprechen wir jedoch nicht über 5 oder 10 Euro, sondern Summen, die mitunter sogar 5-stellig sind. Und jeden Tag finden sich neue Opfer, die sich von Scammern um Geld erleichtern lassen.

Vom Opfer zum Täter

Doch sind an dem Umstand, dass es solche Singlebörsen gibt, die Singles mit Controllern abzocken, immer nur die Betreiber schuld? Dass im Freundes- und Bekanntenkreis weitere Personen durch Internet Romance Scammer abgezockt werden, hätte man dies nicht verhindern können?

AGB nicht gelesen – selbst schuld!

Zunächst einmal muss man in jeder Singlebörse die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), bzw. Terms and Conditions (ToC) mit der Registrierung bestätigen. Würde man sich als Single die AGB anschauen, wäre man spätestens bei den Controllern hellhörig geworden und hätte die Anmeldung aufgrund dessen abgebrochen. Doch die wenigsten Singles interessieren sich für Geschäftsbedingungen, die sie mit dem Häkchen setzend, virtuell unterschreiben. Hierfür ist man selbst verantwortlich, doch die Verantwortung schieben die Meisten von sich.

Wenn das Opfer zum Täter wird

Es mag jetzt vielleicht etwas hart klingen, doch bin ich der Auffassung, dass Opfer ein ganzes Stück weit auch zu Tätern werden. Sie werden für mich aus einem Grund zum Täter, nämlich weil sie das Geschehene nicht mit ihren Mitmenschen öffentlich teilen und zu ihren Fehlern stehen. Gerade im Zeitalter von sozialen Netzwerken kann man als Betroffener viele Leute erreichen, die man mit einem Post vor solchen Geschäftspraktiken warnen kann. Doch die allerwenigsten tun etwas dafür. Oft musste ich hören, dass es im Freundes- und Bekanntenkreis ähnliche Zwischenfälle gegeben hat, die man hätte verhindern können, wenn man sein Erlebnis öffentlich gemacht hätte. Doch das Einzige, was solche Menschen in ihrem Facebook Profil öffentlich posten und teilen sind High-Scores von Spielen, Youtube Videos und andere Dinge, für die sich kein Mensch interessiert.

Mut zur Wahrheit

Ganz egal ob man bei einer Singlebörse durch Controller abgezockt wurde, oder aber auf einen Romance Scammer hereingefallen ist, besser fühlt man sich erst, wenn man sich Luft gemacht hat. Einerseits ist es ein Stück Befreiung, die man erlebt, andererseits fühlt man sich dadurch besser, weil man selbst etwas dazu beisteuert, dass andere Menschen nicht darauf reinfallen.

Das können Sie tun:

  • Verschweigen Sie nicht was Ihnen widerfahren ist
  • Schreiben Sie auf Facebook einen Post, in welchem Sie ihr Erlebnis schildern und dies auch öffentlich zugänglich machen.
  • Teilen Sie unsere Beiträge auf Facebook, Twitter oder Google Plus, um Freunde vor diesen Gefahren zu warnen.
  • Signalisieren Sie ihren Facebook Kontakten, dass diese selbst etwas beisteuern können, indem sie Beiträge teilen
Betrug und Abzocke: Singles im Visier - Single-Netzwerke informiert über unseriöse, dubiose Singlebörsen und Internet Romance Scam
Seit Jahren betreibe ich Aufklärung zum Thema Internet Romance Scam und dubiosen Singlebörsen. Durch diese Aufklärung konnte ich sicherlich die ein oder andere Person (weit über 200.000 Leser) davon abhalten, auf dubiose SInglebörsen und Romance Scammmer hereinzufallen. Leisten auch Sie einen Beitrag! Möchten Sie Freunde und Bekannte vor diesen Gefahren bewahren, sollten Sie diesen Beitrag in sozialen Netzwerken teilen.

1 Kommentar
  1. Es ist schlimm, wenn man gutgläubig war und auf einen Romance – Scammer herein gefallen ist. Zu dem emotionalen Schaden kommt ggf. auch noch ein finanzieller dazu.Damit muss man erst mal fertig werden, was nicht so einfach ist und seine Zeit dauert…Man wundert sich über seine eigene Dämlichkeit und über all das, was der Scammer sich hat einfallen lassen. Inzwischen gibt es auch andere Maschen und die Wege führen außer nach Ghana oder Nigeria neuerdings auch immer öfter nach Benin.
    Man sollte nie NIE sagen und sich sicher fühlen, man kann noch so alt werden und ganz toll auf die Nase fallen, egal ob Mann oder Frau!
    Da eine Anzeige so gut wie immer im Sande verläuft, kann man nur immer wieder warnen, warnen und nochmal warnen!
    Leute, schämt euch nicht, dass ihr herein gefallen seid, dass ihr alles Mögliche geglaubt habt und womöglich gezahlt habt, dass ihr leidet, so oder so!
    Geht raus und erzählt es! Immer wieder! Und es betrifft nicht nur sog. Singles, auch z.B. Liierte, deren Beziehung gerade nicht so läuft.
    Alleinstehende aller Art, vor Allem die etwas unscheinbareren, sind tolle Opfer, steht man doch plötzlich im Mittelpunkt und wird begehrt…
    Dieses ist ein schier endloses Thema, da könnte man Bücher schreiben.
    Das Problem ist nur , dass man sich frühestens mit diesem Thema auseinander setzt, wenn man Verdacht schöpft oder sogar schon geschädigt wurde.
    Diese Thematik besteht aber schon seit Jahren und ist mittlerweile zu einem richtig guten Geschäft geworden, und dem sollten wir entgegen wirken.
    Alles beginnt mit einem kleinen Schritt: Teilt und erzählt, auch wenn du belächelt wirst, wie du ( ja gerade du!?) so dämlich sein kannst….
    Nur Mut und alles Gute!